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Einflüsse auf das normale Wachstum
Ein normales Wachstum ist nur möglich, wenn eine ganze Reihe von Faktoren ungestört dazu beitragen kann. Das ist auch der Grund, warum Störungen dieser Faktoren bei kurzdauernder Krankheit rasch zu Gewichtsstillstand, bei länger dauernder Krankheit zu schwerwiegenderen Störungen von Gewichts- und Längenzunahme führen. Im Wesentlichen lassen sich drei große Einflussgruppen unterscheiden: Vererbung, Ernährung und Hormone.
Erbanlagen der Eltern und genetische Faktoren
Die Erbanlagen der Eltern bestimmen zu etwa 70–90 % die Endgröße Ihres Kindes. Aus den Körpergrößen der Eltern lässt sich daher die mittlere Elternzielgröße (EZG, voraussichtliche Endgröße des Kindes) Ihres Kindes
bestimmen. Dabei spielt die ethnische Herkunft der Eltern für das Wachstum und die Erwachsenengröße des Kindes eine wichtige Rolle. Daneben können aber auch Veränderungen an den Chromosomen
des Kindes oder an einzelnen Wachstumsgenen dessen Wachstum beeinflussen.
Ernährung
Die wachsenden Zellen des Körpers müssen besonders in der Zeit des sehr schnellen Wachstums, also in der Säuglingszeit und in den ersten Lebensjahren, mit reichlich und mit gut ausgewogenen Nahrungsbausteinen versorgt werden. Dazu gehört eine Reihe von Bedingungen: normales Essen, ungestörte Nahrungsaufnahme und Verdauung im Magen-Darm-Trakt, ein normal arbeitendes Gefäßsystem für den Transport von Bausteinen an die Zellen und Abtransport der Schlacken, ein ungestörtes Verarbeitungssystem der Nahrungsstoffe und schließlich die normale Entschlackung durch Leber und Niere. Die Nahrung muss neben Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten auch Vitamine und Spurenelemente in ausreichender Menge enthalten.
Hormone
Zu den Einflussgrößen auf das Wachstum gehören die Hormone. Sie sind die chemischen Sendboten des Körpers, die nach Bedarf ausgeschüttet oder zurückgehalten werden. Sie entfalten am Erfolgsorgan des Wachstums, z.B. an den Wachstumsfugen der langen Röhrenknochen, ihre Wirkung. Nahezu alle Hormone haben einen fördernden oder hemmenden Einfluss auf das Körperwachstum.
Psychosoziale Faktoren und Wohlbefinden
Die Freisetzung von Hormonen reagiert sehr empfindlich auf äußere Einflüsse. Psychische Belastungen Ihres Kindes sowie chronische schulische oder häusliche Belastungssituationen können Hormonstörungen hervorrufen.
Gesundheit
Langanhaltende Erkrankungen einzelner Organe können über verschiedene Mechanismen zu einer Wachstumsstörung führen. Für das „optimale“ Wachstum eines Kindes ist daher Gesundheit bzw. die bestmögliche Behandlung von chronischen Erkrankungen eine wichtige Voraussetzung.