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Krankhafte Ursachen des Kleinwuchses

Beim Kleinwuchs wird grundsätzlich zwischen zwei Formen unterschieden:

Bei einer angeborenen Störung des Skelettsystems findet sich ein sogenannter disproportionierter Kleinwuchs, während bei allen anderen Störungen (z.B. chronische Organerkrankung, Hormonmangel) ein proportionierter Kleinwuchs vorliegt. Disproportioniert bedeutet, dass sich die Körperunterlänge eines Kindes in einem krankhaften Verhältnis (zu kurze untere Extremitäten) zum Oberkörper (normale Extremitätenlänge) befindet.

Erkrankungen des Skelettsystems

Liegt der Verdacht auf einen disproportionierten Kleinwuchs vor, sollte unbedingt ein spezialisierter Kinderarzt für Hormonstörungen (Pädiatrischer Endokrinologe) aufgesucht werden. Er wird zum Ausschluss einer Skeletterkrankung (Skelettdysplasie) möglicherweise zusätzlich einen Medizingenetiker hinzuziehen.

Liegt bei Ihrem Kind ein proportionierter Kleinwuchs vor, so können folgende Gründe für die Wachstumsstörung vorliegen:

Chronische Organerkrankungen

Chronische Organerkrankungen, z.B. der Nieren, des Herzens, der Lunge und des Magen-Darm-Traktes, können zu einem Kleinwuchs führen. Aber auch die zur Behandlung einer Erkrankung eingesetzten Dauermedikamente, wie z.B. Kortisonmedikamente bei Asthma oder Medikamente zur Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizit-Syndroms/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), können Ursache der Wachstumsstörung sein.

[mehr zu chronischer Nierenschwäche]

Chromosomenstörungen/syndromale Erkrankungen

Ein erfahrener Kinderarzt für Hormon- und Wachstumsstörungen wird bei Ihrem Kind möglicherweise eine genetische Untersuchung veranlassen. Diese Untersuchung erfolgt, wenn neben dem Kleinwuchs Ihres Kindes bestimmte zusätzliche Symptome vorliegen. Syndrome, die z.B. auf eine Chromosomenstörung zurückzuführen sind wie das Ullrich-Turner-Syndrom oder das Prader-Willi-Syndrom, können das Wachstum des Kindes negativ beeinflussen.

[mehr zum Ullrich-Turner-Syndrom]

[mehr zum Prader-Willi-Syndrom]

Hormonstörungen

Zwei Hormone spielen von der Geburt bis zum Abschluss des Längenwachstums eine wichtige Rolle: Schilddrüsenhormon und Wachstumshormon. Während eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) leicht durch die Bestimmung von Schilddrüsenhormon und des die Schilddrüse stimulierenden Hormons ausgeschlossen werden kann, erfolgt zur ersten Orientierung die Bestimmung des Wachstumshormons indirekt über die Bestimmung von Wachstumsfaktoren (IGF-I, IGFBP-3).

[mehr zum Wachstumshormonmangel]

Zu klein und/oder zu leicht geborene Kinder (SGA)

Jährlich kommen zirka 3 % der neugeborenen Kinder zu klein und/oder zu leicht für die Schwangerschaftsdauer auf die Welt – diese werden als SGA-geborene Kinder bezeichnet. Die Abkürzung „SGA“ steht für den englischen Begriff „Small for Gestational Age“ und charakterisiert Kinder, deren Geburtsmaße (Geburtsgewicht und/oder Geburtslänge) nicht der tatsächlichen Schwangerschaftsdauer entsprechen.

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